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Mit "Piano Activo"

WOLFRAMS-ESCHENBACH

Am Klavier absolvierten Maximilian Rüb und Jörg Scholkowski ihr zweites Sommerkonzert als „Piano Activo“ im Wolframs-Eschenbacher Bürgersaal. Der Wolframstadt ist gerade Jörg Scholkowski durch seine Tätigkeit als Chorleiter beim örtlichen Gesangverein ja schon seit Jahren eng verbunden.

Die beiden jungen Männer sind Windsbach-Absolventen und blieben, wie viele andere, der Musik treu. Was inzwischen aus ihnen geworden ist, zeigten sie eindrucksvoll an diesem Sommerabend im Wolframs-Eschenbacher Bürgersaal. Hier präsentierten sie sich nicht nur als Meister ihres Instruments, sondern auf der anderen Seite auch als Entertainer und Spaßmacher. Mit fröhlich-temperamentvoller, schmetternder Fulminanz spielten sie sich an diesem Abend durch ein Repertoire, dem scheinbar keine Grenzen auferlegt sind, und geradewegs in die Herzen der Zuhörer. Sie zeigten auch gleich noch, welch unterschiedliche Töne sie anzuschlagen imstande sind. Ob „Komm, Heiliger Geist“, der Pippi-Langstrumpf-Song, ein Jazz-Walzer oder Boogie – es passt alles in diesem spritzig dynamischen Vortrag der beiden, doch es gab auch sanfte Passagen, die wie Tautropfen von den Tasten perlten.

Wie das alles funktioniert, immer vierhändig und sogar im fliegenden Wechsel? Nun, der Laie kann da eigentlich nur offenen Mundes staunen. Das Publikum durfte zur kleinen Pause in der Konzertmitte Musikwünsche eingeben, die das Duo anschließend erfüllte. Schmissig und gediegen, kraftvoll und fetzig – purer Ohrenschmaus in jeder Stilrichtung. Maximilian Rüb und Jörg Scholkowski waren darüber hinaus extrovertiert, witzig und publikumsnah. Und man darf gespannt sein, wo der Weg in Zukunft die beiden noch hinführt. Vielleicht ja mal wieder nach Wolframs-Eschenbach.

 

14.06.14 Altmühlbote (M. Schachameyer)

 

 

88 Tasten, 20 Finger, Ein Gedanke

Windsbach - März 2013:

Maximilian Rüb und Jörg Scholkowski, der eine 22, der andere 24 Jahre alt – beide eint die Liebe zur Musik, die vor allem in der gemeinsamen Zeit im Windsbacher Knabenchor geweckt wurde. Beide haben hier gesungen, aber was für sie heute genauso wichtig ist: Sie haben beide Klavier gespielt – Jörg hatte Unterricht, Maximilian ist Autodidakt. Heute spielen sie zusammen als Improvisationsduo „Piano Activo“. Zwei Musiker an einem Klavier? Aber ja! Und zwar nicht mit Max Regers Bearbeitungen der Brandenburgischen Konzerte Bachs oder seiner Orchestersuiten für vier Hände. Denn die sind ja notiert, sprich: Von dieser Musik gibt es eine Partitur. Jörg und Maximilian spielen nicht nach Noten, sie spielen „nur“ Klavier. Improvisation nennt man das, wenn man sozusagen einfach so, wenn auch nicht ohne Plan drauf los spielt. Das ist an sich nichts Neues und es gibt großartige Künstler, die in diesem Genre für Furore sorgen: die Pianistin Gabriela Montero beispielsweise. Aber sie ist eben alleine – Jörg und Maximilian sind zu zweit. Und improvisieren. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn beide Musiker das gleiche fühlen, tatsächlich auf einer Wellenlänge kommunizieren. Und hier kommt wieder die Zeit in Windsbach ins Spiel, wo beide für die Musik und ihre Kraft sensibilisiert wurden. Im Ensemble haben sie gelernt, einem gemeinsamen Gedankengang zu folgen und dadurch Musik entstehen zu lassen, die über die gesetzte Note hinaus geht. Freilich hat man im Knabenchor nach Noten gesungen – gespielt wird heute aber frei. Und zwar alles, um es etwas flapsig auszudrücken, „was bei 3 nicht auf den Bäumen ist“: Aufgegriffen werden einzig Themen, sei es aus der Klassik oder Unterhaltungsmusik, seien es Märsche oder Werbejingles, Kirchenlieder oder Filmmusik. Am Anfang gibt es die Idee, alles andere entsteht wortwörtlich als „work in progress“. Bevor man sich das ganze genauer anschaut oder noch besser anhört, ist die Geschichte, wie es zur Gründung von „Piano Activo“ kam, interessant: Es begann tatsächlich mit dem berühmten „Flohwalzer“, den so gut wie jeder Klaviereleve schon mal geklimpert hat. Im Hans Thamm-Saal des Windsbacher Knabenchores saß einer der beiden – Jörg und Maximilian erinnern sich gar nicht mehr, wer von ihnen zuerst in die Tasten griff – am Flügel und spielte eben jenen Ohrwurm. Der andere setzte sich dazu und haute ebenfalls in die Tasten. Der Gedanke war gedacht und fand auf einer Konzertreise der Windsbacher nach China seine Fortsetzun: In einer Konzerthalle, in der der Chor auftrat, standen ein paar verstimmte Klaviere herum und die beiden Freunde nutzten eine Pause, um gemeinsam zu spielen, eben zu improvisieren. „Eigentlich mehr als Witz“, erinnern sie sich heute. Der jedoch ankam, denn es dauerte nicht lange und es scharten sich Grüppchen begeisterter Chinesen um die Instrumente, um dem Spiel der beiden zu lauschen. Das Ganze fand seine Fortsetzung in örtlichen Musikgeschäften auf weitaus besseren Instrumenten, stets jedoch mit einer begeisterten Zuhörerschaft. War das die Geburtsstunde von „Piano Activo“? Die inoffizielle, könnte man sagen, denn der erste „Auftritt“ in der Heimat fand anlässlich eines Konzerts des Bruckberger Kirchenchores statt, den Maximilian heute leitet. Ein klitzekleines Gastspiel mit enormer Wirkung, denn zahlreiche Zuhörer kamen nach der Vorstellung auf die beiden zu und ermunterten sie, das doch weiter zu machen: „Diesen Hype haben wir bis heute noch nicht richtig verstanden“, meint Maximilian. Den Wink mit dem Zaunpfahl hatten die beiden Musikanten jedoch verstanden und benannten sich 2012 nach dem Titel eines ihrer Stücke: „Piano Activo“. Schnell war eine eigene Homepage (www.piano-activo.de) eingerichtet, denn auch nach der Weihnachtsfeier des Münsterchors von Wolfram-Eschenbach 2011, den Jörg neben seinem Studium der Orgelpädagogik an der Regensburger Musikhochschule leitet, war die Resonanz großartig. Man fragte sogar bereits nach einer CD, die Jörg und Maximilian mittlerweile auf ihrer Website anbieten. Dass dieser Tonträger mit dem vielsagenden Titel „Musikalische Schlachtschüssel“ an einigen Stellen etwas holprig klingt, ist durchaus gewollt, denn aalglatte Pianomusik ist nicht das Anliegen von „Piano Activo“. „Blue notes“ sind also Programm, wenn das Thema von Beethovens „Für Elise“ in den Partyklassiker „Das rote Pferd“ mündet oder Charpentiers „Te Deum“ mit „My bonnie is over the ocean“ oder „So nimm denn meine Hände“ wechselt. Wie funktioniert das denn nun mit der Improvisation? „Wichtig ist, dass wir das gleiche fühlen, wenn wir Musik machen, das selbe Gespür für Klänge haben“, versucht Jörg das zu erklären, was sich eigentlich jeder Analyse entzieht: Beide einigen sich auf ein Thema, aus dem dann das zu spielende Stück erwächst, das sich durchaus von der Vorgabe wegbewegen kann und das auch meist tut. „Viel entsteht aus spontanen Ideen“, beschreibt Maximilian das gemeinsame Musizieren – mal spielt der eine oben, mal der andere. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass während der Darbietung – für das Publikum unhörbar – diskutiert wird, wenn die obere Stimme nicht das macht, was die untere vorgibt. Oder umgekehrt. Wie man auf der 2012 in verschiedenen Räumen des Windsbacher Chorzentrums aufgenommenen CD hören kann, kommt das aber äußerst selten vor. Der Anspruch des Spiels von „Piano Activo“ liegt ja auch weniger in der Perfektion der Wiedergabe als vielmehr im Moment des Musizierens: „Wir spielen nicht fehlerfrei, aber live“, grinst Maximilian und baut eher auf das Spektrum der Programme als auf den reinen Wohlklang, den sich der Purist in entsprechenden Konzerten oder auf CD anhören mag: „Wir wollen Musik erlebbar machen – für den Moment, ohne sich an eine Partitur binden zu müssen.“ Und augenzwinkernd fügt er hinzu: „Nach Noten spielen kann doch jeder.“ Wer sich von der Qualität von „Piano Activo“ überzeugen möchte, kann mal bei www.youtube.de den Namen des Duos eingeben. Dort ist auch ein Ausflug auf die Orgel zu sehen und zu hören. Wobei Jörg und Maximilian eindeutig dem Klavier den Vorzug geben: Es hat 88 und damit mehr Tasten als die „Königin der Instrumente“. Und irgendwie klingen die geistlichen und weltlichen Ohrwürmer auf den Klaviersaiten auch besser. „Mit ihren mitreißenden Improvisationen hinterließen sie beim Publikum den Eindruck als gäbe es nichts Leichteres als Klavier zu spielen“, schrieb die Presse über einen ihrer Auftritte. „Piano Activo“ ist natürlich nicht die erste Musikformation, die aus dem Windsbacher Knabenchor hervorgegangen ist – aber das erste ständig gemeinsam musizierende Improvisationsduo auf dem Klavier. Und das offenbar weltweit, weswegen Jörg und Maximilian hier tatsächlich eine klingende Marktlücke für sich entdeckt haben. Wie jeder Künstler spielt „Piano Activo“ natürlich nicht nur im stillen Kämmerlein. So trat man unter anderem im März 2013 bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik in Ulm und Neu-Ulm auf, um sein Können zu präsentieren. Und auch das war, was im Wesen der Improvisation liegt, wie jeder Auftritt von „Piano Activo“ einzigartig...

 

Jan-Geert Wolff (www.schreibwolff.de)

Herbstkonzert 2012 mit abwechslungsreichem Programm


Wolframs-Eschenbach:

 

Mit einem abwechslungsreichen Programm konnte der Gesangverein Frohsinn 1860 e.V. Wolframs-Eschenbach am Samstag, den 20. Oktober 2012 das zahlreich erschienene Publikum beim traditionellen Herbstkonzert überzeugen. Unterstützt wurde der gemischte Chor des Gesangvereins dabei vom Jugendchor „Next Generation“ und von „Piano Activo“.

 

Mit einer Klavierimprovisation eröffnete das Duo „Piano Activo“ das Konzert und leitete nahtlos auf den ersten Block des gemischten Chores mit „neuen geistlichen Liedern“ über. Neben den schwungvoll mit Klavierbegleitung vorgetragenen Stücken „Suchet zuerst Gottes Reich“ und „Sanctus - Du bist heilig“, kamen in diesem Teil auch romantischere Stücke, u. a. “ Stern, auf den ich schaue“ in einem Satz des Chorleiters Jörg Scholkowski zum Einsatz. Jörg Scholkowski, der in Regensburg Orgel studiert, hat die Leitung des Chores im Oktober 2011 übernommen.

 

In die Kategorie der „Pop-Songs“ wechselte der Jugendchor „Next Generation“ mit „California Dreamin`“ und dem „High School Musical – Medley“. „Wir sind besonders stolz auf unseren Jugendchor“ bemerkte Helmut Arndt, Mitglied des Führungsteams, in seiner Begrüßungsrede. Den Chornachwuchs zu fördern, hat für den Gesangverein hohe Priorität. Deshalb ist der Verein auch froh mit Thomas Burger seit 2010 einen Chorleiter gefunden zu haben, der dieses Anliegen engagiert unterstützt.

 

Im zweiten Konzertteil konzentrierte sich der Gesangverein stärker auf die klassischen Volkslieder, u.a. „Im Walde“ und „Abschied vom Walde“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und endete mit einem erfrischenden Chorsatz von „Ein Jäger längs dem Weiher ging“

 

Zwischen den beiden Chören überzeugte das Duo „Piano Activo“ als vierhändiges Improvisationsensemble. Die beiden Pianisten Maximilian Rüb und Jörg Scholkowski setzen auf Spontanität und Überraschungen an den Tasten. Mit ihren mitreißenden Improvisationen hinterließen Sie beim Publikum den Eindruck als gäbe es nichts Leichteres als Klavier zu spielen.

Das tief beeindruckend gespielte „Guten Abend, gut` Nacht“ leitete perfekt auf das letzte geplante Stück des Abends hin. Jugendchor und Gesangverein beendeten gemeinsam das Herbstkonzert mit dem stimmungsvollen Lied „Neigen sich die Stunden“, das sie mal abwechselnd, mal gemeinsam in verschiedenen Sprachen zum Besten gaben.

 

Das ebenfalls von beiden Chören vorgetragene „Singen macht Spaß“ als Zugabe veranlasste Helmut Arndt bei den Schlussworten auch gleich noch einen „Werbeblock“ mit einzuschieben. Dass Singen nicht nur Spaß macht, sondern auch gesund ist, wurde mittlerweile auch wissenschaftlich nachgewiesen. Wer seine Gesundheit positiv beeinflussen möchte, ist bei den Chören herzlich willkommen.

 

Damit war der Abend aber noch lange nicht zu Ende. Nach dem musikalischen Teil lud der Gesangverein zu einem gemütlichen Beisammensein in die Aula der Schule.

Bruckberger Sommerkonzert 2010: Virtuos, vierhändig, vielstimmig

Darunter waren feierliche Balladen wie das Alta trinita beata aus Italien des 15. Jahrhundertes, traditionelle Volkslieder wie das "Heideröslein", aber auch schwungvolle geistliche Lieder der Moderne wie das "Sanctus" von Fritz Baltruweit. Man hatte das Gefühl, der Kirchenchor lege sich noch einmal so richtig für seinen Chorleiter ins Zeug und zeige allen, welche enorme Entwicklung er unter Scholkowskis vierjähriger Leitung genommen hat. Diese ging nun leider mit dem Sommerzkonzert zu Ende. Herr Scholkowski wird im Herbst sein Studium an der Hochschule für Kirchenmusik in Regensburg aufnehmen.

Und auch er bot ein furioses Finale: Gewohnt harmonisch klangen die Duette für Klavier und Violine zusammen mit Bianca Sänger. Ganz neu, verspielt, überraschend mitreißend waren die vierhändigen Improvisationen mit seinem Windsbacher Kollegen Maximilian Rüb am Klavier. Frischer Wind im Festsaal, der die Temperaturen vergessen ließ.

So stand der Dank an Herrn Scholkowki am Ende der Veranstalung. Pfr. Meister dankte mit einem kleinen Präsent für seinen Einsatz und für seine Musik, die in den letzten Jahren viele Menschen berührte. Im Namen des Kirchenchors überreichte Frau Tschiene die Dankgeschenke, u. a. einige Tafeln Edelschokolade als Nervennahrung für leidende Chorleiter. Seine Verbundenheit und seine Wünsche zeigte der Chor jedoch besonders durch ein Lied mit den Zeilen:"Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand."